Butter bei die Fische

Blog für B2B-Vertrieb & Online-Business

Blog über B2B-Vertrieb von Kaltakquise-Profi Dirk Ellerbrok

Schöner präsentieren

| 6 Kommentare

In der Welt der Präsentationen hat sich im letzten Jahrzent einiges bewegt. PowerPoint ist im Business sicherlich immer noch die dominierende Software, aber immer öfter erfreuen wir uns an Keynote- oder gar Prezi-Präsentationen.

Ehrlich: Für mich reichen schon ein paar PDF-Seiten ohne Animationen oder Achterbahnfahrten oder Rechtschreibfehler vollkommen aus. Animationen mögen zwar hübsch aussehen, aber am Ende des Tages zählen nun mal Person und Fakten, schwarz auf weiß. Und ich finde, eine Präsentation sollte einen Vertriebstermin durchaus strukturieren, aber niemals dominieren. Es sei denn natürlich, es soll Präsentationssoftware verkauft werden. ;-)

Völlig egal, welches Präsentationstool Sie verwenden oder was der Inhalt Ihrer Präsentation ist: Einige Dinge sind nicht nur peinlich, sondern müssen auch im Interesse Ihrer Kunden abgestellt werden.

Das beginnt schon beim Hochfahren des Laptops: Kaum eingeloggt, prangt dem Kunden die noch nicht gestartete Präsentation entgegen, mit dem Slide, auf dem offenbar gerade noch das Datum geändert wurde. Nur wenige wissen, wie z.B. PowerPoint per Tastendruck gestartet werden kann und hakeln sich nun mit dem Touchpad zum Start-Button, der bei PowerPoint immer noch viel zu klein geraten ist (wo wir gerade dabei sind: von Anfang beginnen mit F5, mit aktueller Seite beginnen Shift-F5).

Lediglich peinlich? Desktop, Desktopbild, Taskleiste, Skype

Ein Desktop voll mit irgendwelchen abgelegten Dateien, eine Taskleiste, in der diverse Programme geöffnet sind und Skype blinkt, ein Hintergrundbild mit den Kindern am Strand aus dem letzten Urlaub sind nicht gerade Zeichen von Professionalität. Letzteres immerhin könnte, wenn Sie Glück haben, für den Smalltalk Punkte bringen. Wissen Sie aber nicht.

Diese Themen sind schnell erledigt: Einfach die Präsentation schon vor dem Termin starten. Wenn der Rechner (aus dem Ruhezustand) erwacht, kann es sofort losgehen. Fertig. Und hoffentlich kommt nichts dazwischen!

Oder Büchse der Pandora? Beispiel Browser

Zumindest aber in meiner Branche kommt oft doch etwas dazwischen, nämlich dann, wenn etwas online gezeigt werden soll, sprich: der Browser benötigt wird. Hier haben wir ähnliche Probleme wie beim Desktop: Offene Tabs, Downloadlisten oder Lesezeichen, die den Kunden eigentlich gar nichts angehen. Peinliche URLs oder Zugangsdaten, die der Browser beim Eintippen aus dem Verlauf vorschlägt und ggf. einiges über Ihre Vorab-Recherche oder Ihre Arbeit mit einem Wettbewerber des potentiellen Kunden verrät.

Es kommt noch dicker: Wenn Sie vielleicht noch etwas laden oder abspeichern wollen, sieht Ihr Kunde alle anderen Dateien, die sich im aktuellen Ordner befinden. Wissen Sie, welcher da zuletzt geöffnet war? Und was sich darin befindet?

Nun, auch das wäre schnell gelöst. Jeder Browser bietet das Löschen des Verlaufs oder der Zugangsdaten an, die Lesezeichenleiste kann ausgeblendet werden. Ich schließe einfach die offenen Tabs. Oder ich benutze gleich einen anderen Browser! Den Inhalt eines Ordners verschiebe ich halt irgendwo hin, so wie ich das beim Desktop schon gemacht habe.

Sie sehen schon: Für Schönheit gäbe es viel zu tun vor einer Präsentation: Hintergrundbild ändern, Dateien vom Desktop in irgendeinen Ordner verschieben (und sich später wundern, wie wenig davon Sie wirklich gesucht haben), überflüssige Programme & Skype schließen, im Browser nicht benötigte Tabs schließen, den Verlauf löschen, Lesezeichenleiste ausblenden, Präsentation starten, Rechner in den Ruhemodus stellen, fertig.

Die Frage liegt sehr nahe: Möchten Sie das jedes Mal machen? Die Antwort liegt ebenfalls nahe: Nein, bloß nicht!

Wenn es lediglich Ihre Entscheidung wäre. Aber es ist auch die Ihrer Kunden

Wir wissen alle, wie praktisch so ein Verlauf ist, ebenso, wie unpraktisch eine ausgeblendete Lesezeichenleiste ist und ganz zu schweigen von irgendwelchen rumgeschobenen Ordnern oder geänderten Desktopbildern. Also lieber Augen zu und durch?

Auf keinen Fall. Der Kunde muss weder Ihre persönlichen noch Ihre geschäftlichen Aktivitäten sehen. Wenn diese nur Sie selbst betreffen — geschenkt. Vielleicht sieht er auch über Ihre Unkenntnis, Ihre Daten zu verstecken, hinweg. Das Einzige, was ihn aber doch interessiert: Wie gehen Sie generell mit Informationen um?

Oder mal konkret aus der Sicht des Kunden formuliert: “Sieht der nächste Kunde oder gleich eine ganze Konferenz irgendetwas vertrauliches aus meinem Unternehmen? Dinge, die niemanden etwas angehen? Und das bloß nur, weil der Businesskaspar seinen Rechner nicht im Griff hat?

Die Lösung: Legen Sie ein Benutzerkonto an

Glücklicherweise gibt es eine Lösung, die allem Rechnung trägt. Sie arbeiten weiterhin in Ihrer gewohnten Umgebung und müssen für einen Termin nicht alles umkrempeln. Und Ihre bestehenden sowie zukünftigen Kunden müssen nicht befürchten, dass ihre Aktivitäten für Dritte erkennbar werden. Einfach ist die Lösung sogar auch noch.

Wenige Klicks genügen, schon haben Sie eine neue Oberfläche (Windows 7)

Wenige Klicks genügen, schon haben Sie eine neue Oberfläche (Windows 7)

Legen Sie in der Systemsteuerung Ihres Betriebssystems einfach ein weiteres Benutzerkonto an. Das geht sowohl in der Windows– als auch in der Mac-Welt. Wie nach einer neuen Installation eines Betriebssystems erhält der neue Nutzer seine eigenen Dateiverzeichnisse und sogar der Desktop ist frei. Nun wird nur das eingerichtet und konfiguriert, was Sie für die Präsentation benötigen.

Beispiel Browser: Die Lesezeichenleiste enthält nur die nötigen Links. Konfigurieren Sie Ihren Browser so, dass der Verlauf nach dem Beenden des Browsers gelöscht wird. Benötigen Sie alle bisherigen Plugins? Weniger ist mehr. Loggen Sie sich in die erforderlichen Tools ein, so dass Sie später keine Zeit mit der Installation von Java, Flash oder mit der Eingabe von Zugangsdaten verlieren müssen. Spielen Sie Ihre Präsentation durch, damit auch wirklich nichts fehlt.

Wichtig: Überprüfen Sie, ob die benötigte Software für einen weiteren Benutzer lizenziert ist. Normalerweise sollte das kein Problem darstellen, solange Sie sie auf derselben Hardware installiert haben. Ihre IT hilft Ihnen sicherlich gern. ;-)

Einmal alles eingestellt, müssen Sie sich über die oben genannten Probleme keine Sorgen mehr machen. Vor einem Termin loggen Sie sich mit Ihrem neuen Konto ein, starten schon mal die (zuvor kopierte bzw. freigegebene) Präsentation und alle Programme, die Sie benötigen. Starten Sie die Präsentation und versetzen Sie den Rechner in den Ruhezustand. Im Termin loggen Sie sich lediglich nur noch ein und voilà, es kann direkt losgehen! Zwischen den Programmen wechseln Sie mit ALT-Tab bzw. CMD-Tab.

Und wenn der Termin vorbei ist, einfach abmelden, in den Hauptaccount einloggen und dort weiterarbeiten, wo Sie aufgehört haben. Mit allen Cookies, Verläufen, Dateipfaden, Desktop-Dateien und und und.

Jetzt brauchen Sie sich “nur” noch um die Präsentation selbst und den Ablauf des Termins zu kümmern. Immer noch genug zu tun, I suppose! ;-)

6 Kommentare

  1. Prima! Du schaffst es doch immer wieder einen auf Dinge zu stoßen, die ich gar nicht mehr so wahrnehme vor lauter ‘lauter’. Aber es stimmt: wirkt schon höchst unprofessionell, wenn man seinen Browser & andere Ordner nicht so im Griff hat. Und das als Internetfuzzi dann. Klar, ich deaktiviere immer die Lesezeichen und den Verlauf, aber die Festplatte & Co. sowie Hintergrundbild…hm, da geht noch was. Danke für den Tipp mit dem freien User. Ich habe demnächst zwei Seminare anstehen und da werde ich das gleich mal ausprobieren.

  2. Ich liebe das KISS-Prinzip. Bisher war ich mit dem Aviator auf MacOS unterwegs, um keine unangenehmen Momente mit URL Vervollständigen, History & Co. aufkommen zu lassen. Aber einfach ein separates Benutzerkonto anzulegen, löst auch weitergehende Themen wie Hintergrundbild, Dateien auf dem Desktop etc. Wieder was gelernt; vielen Dank dafür! :-)

  3. Danke allerseits für das Lob!

  4. Da kann ich noch mein Konzept der Nicht-Präsentation dazupacken. Die Grund-Idee: Den Kunden die Präsentationspunkte selbst bestimmen lassen. Das sprengt den Rahmen eines Blog-Kommentars, kann aber hier nachgelesen werden: http://stephanheinrich.com/2014/09/01/036-nicht-prasentation-strahlende-kompetenz/

    • Hallo Stephan,

      vielen Dank für deine Tipps! Das ist natürlich super, wenn der Kunde mit wenig Aufwand zu besseren Ergebnissen beiträgt. Es wird daran außerdem erkennbar sein, wie weit das jeweilige Thema bei ihm schon gediehen ist: Wenn er mitzieht, ist dieser Termin auf jeden Fall sinnvoll.

      Allerdings würde ich in der Kaltakquise-Phase auch respektieren, wenn der Einladende deinen „Hausaufgaben“ zurückhaltend bis ablehnend gegenüberstehen sollte. Schuld daran könnte das Interessengefüge der Teilnehmer sein: Vielleicht ist (noch) nicht jeder unserem Thema so aufgeschlossen, wie wir uns das wünschen. Und der einladende Projektmanager der Einzige, der es in seinem Unternehmen vorantreibt.

      Es wäre natürlich schön, wenn wir vorher erführen, auf welches Minenfeld wir da stoßen. Es kann aber sehr gut sein, dass uns das unser Ansprechpartner nicht mitteilen wird, weil er sich oder seine Kollegen bloßstellen könnte und zunächst froh ist, dass diese überhaupt teilnehmen.

      Bauchgefühl, wie so oft. Wenn wenigstens der Ansprechpartner im Thema zu sein scheint und sich dafür engagiert, würde ich diesen Termin dann halt mit einer „normalen“ Präsentation angehen, die deshalb nicht unbedingt langweiliger sein muss. ;-)

  5. Ein sehr interessanter Artikel. Die neuen Medien sind ja da, warum also nicht im Vertrieb beim Kunden nutzen?
    Ich gebe Ihnen da völlig recht. Präsentationen sind um einiges professioneller.
    Ich persönlich nutze ebenfalls eine Vertriebsapp, die persönlich auf mich zugeschnitten ist. Mit dieser habe ich alle meine Unterlagen und Verträge immer bei mir und kann dem Kunden direkt am Tablet Dinge besser erklären. Das ist ebenfalls eine lohnenswerte Sache.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.